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Strategischen ausländischen Investoren in Vietnam soll es künftig erlaubt werden, mit Staatsunternehmen den Preis für eine Beteiligung an diesen frei zu vereinbaren. Dies kündigte Pham Viet Muon, stellvertretender Leiter des Regierungsbüros (Office of Government) und der Abteilung für die Entwicklung und Reformen von Unternehmen in Vietnam (Enterprise Reform and Development Department) am 1. Dezember 2009 in einer Rede vor ausländischen Investoren auf dem Vietnam Business Forum an.
Demnach soll die bisherige Regelung des Dekrets 109 überarbeitet werden. Bisher konnten Anteile an Staatsunternehmen bei einer Privatisierung ("Equitisierung") nur zu einem festgelegten Kaufpreis erworben werden, welcher sich aus dem Durchschnitt der Gebote für eben diese Anteile ergab.
Strategische Investoren haben eine solche Art der Kaufpreisfestlegung oftmals nicht akzeptiert, da sie, im Gegensatz zu "nicht-strategischen" Investoren, in das vietnamesischen Unternehmen auch eigene Leistungen einbringen würden, wie beispielsweise Management oder Technologie. Aus diesem Grund haben einige vietnamesische Unternehmen auch nach ihrem Börsengang noch keine strategischen Investoren aus dem Ausland für sich gewinnen können.
Nach den Darstellungen Pham Viet Muons ist es weiterhin geplant, dass direkter Kontakt zwischen konkreten Unternehmen und möglichen ausländischen Investoren gefördert werde, um eine Verhandlungen bezüglich des Kaufpreises zu erleichtern.
Noch immer hält der vietnamesische Staat in ausgesuchten Geschäftsbereichen einen sehr hohen Anteil an großen Gesellschaften. Beispiele sind die Vietcombank und die Vietinbank, bei denen der Staatsanteil 85 bis 90 Prozent beträgt. Zwei bedeutende Unternehmen, die einen strategischen ausländischen Investor gewinnen können, sind herauszuheben: Zum einen die PetroVietnam Insurance Corp mit HSBC, zum anderen die Hanoi Beverage Corp, in die Carlsberg-Brauerei investiert hat.
Bisher haben sich ausländische Investoren an mehr als 4.000 staatseigenen Unternehmen beteiligt. Bei solchen Beteiligungen hält der Staat bisher jedoch im Durchschnitt immer noch 53 Prozent der Gesellschaftsanteile. Es ist geplant, diesen Anteil im Durchschnitt auf 20 Prozent zu verringern.
Einen genauen Zeitpunkt der geplanten Änderung des Dekrets 109 wurde nicht genannt. Betrachtet man jedoch die Fülle an neuen Gesetzen und Verordnungen die beinahe täglich die Veränderungen im Land wie geplant vorantreiben, kann mit einer Umsetzung in den nächsten Monaten gerechnet werden.
Diese und andere Reformen lassen ausländische Investoren nicht unbeachtet. Nach einer von GrantThornton im November 2009 veröffentlichten Umfrage wurden die wirtschaftlichen Perspektiven in dem südostasiatischen Land zu 59,1 Prozent positiv bewertet. (Umfrage April 2009: 36%). Eine signifikante Verbesserung der wirtschaflichen Prognose ist unübersehbar.
Verglichen mit anderen Standorten in Asien Pazifik liegt Vietnam in der Gunst ausländischer Investoren weit vorne: so bewerten 66,7 Prozent der Befragten das Land attraktiver als alternative Standorte (z.B. China oder Thailand). Mit einem Wachstum von 5,32 Prozent im Jahr 2009 zeigt sich die Wirtschaft von der schwierigen globalen Entwicklung unbeeindruckt, was zu der positiven Bewertung des Landes unter den Teilnehmern beiträgt.
Speziell in den Sektoren Pharmazie und Gesundheit mit über 80 Prozent sowie dem Einzelhandel und Vertrieb mit über 70 Prozent bewerten Auslandsinvestoren ihre Geschäftschancen in Vietnam als besonders erfolgversprechend.
Von Rechtsanwalt Christoph Angerbauer und Rechtsreferendar Jan Skibelski, Kanzlei Rödl & Partner Vietnam
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